Von Trujio bis Kathleen
Aus verschiedenen Gruenden habe ich laenger nichts mehr geschrieben. Ich habe zwei Wanderungen gemacht, eine fuer 5 die Andere fuer 12 Tage, in denen ich nichts schreiben konnte, weil es keinen Internetzugang gab. In Huaraz hatte ich eine sehr gute Zeit in einem sehr netten Hostel mit sehr netten Leuten, so dass ich keine Lust hatte, mich ins Internetcafe zu hocken; und dann hat Kathlen mich fuer drei Wochen besucht und wir waren staendig unterwegs, so dass ich nicht richtig Zeit hatte, etwas zu schreiben.
Aber im einzelnen, was ich in der Zeit so gemacht habe:

Von Trujio, von wo aus ich das letzte Mal geschrieben habe, bin ich nach Huaraz gefahren. Huaraz war eines der wenigen Ziele, die ich vor meiner Reise geplant hatte, daher habe ich mich bei der Abfahrt auch gefreut, als wenn ich einen neuen Urlaub beginnen wuerde. Im Bus nach Huaraz habe ich dann die ersten Israelis kennengelernt, von denen es hier nur so wimmelt. Und ich muss sagen, dass es im ersten Moment ein komisches Gefuehl war, jedenfalls anders, als wenn man z. B. Franzosen trifft. Das hatte sich dann aber schnell gelegt und das Verhaeltnis war sehr entspannt.  Mit denen habe ich dann die ersten drei Tage in Huaraz verbracht und mich an die Hoehe (3090 m) gewoehnt.
Huaraz ist soetwas wie das Trekker und Bergsteigerparadies Suedamerikas. Meinen ersten Ausflug habe ich zur   Laguna 69 gemacht (mal wieder mit einer Gruppe Israelis). Um zu der Laguna zu gelangen muss man von 400 m auf 4600 m wandern; besonders das letzte Stueck ist sehr steil und in 4600 m wird die Luft schon verdammt duenn. Irgendwann kamen wir dann aber um eine Ecke und ploetzlich lag die Lagune vor uns; und obwohl ich nicht so der Typ bin, der zum weinen neigt, hatte ich bei dem Anblick Traenen in den Augen, weil es so unbeschreiblich http://transglobal.de/TWG/index.php?album=Santa+Cruz+%26+Laguna+69" target="_blank">schoen war (waeren wir mit dem Bus dorthin gefahren, waere es bestimmt anders gewesen, aber dieser anstrengende Weg und dann ploetzlich dieser Anblick).  

Huaraz selbst ist auch ein netter Ort, in dem es zwar recht viele Turisten gibt, aber es wirkt nicht so typisch turistisch, weil alle nur zum wandern oder Bergsteigen dort sind und es nicht diese typischen Reisegruppen gibt. In meinem Hostel gab es im vierten Stock einen Kamin und eine grosse Glasfront mit Blick auf die Cordillera Blanca und eine Dachterssse. In dem Hostel habe ich ne Menge sehr netter Leute getroffen, so dass ich dort eine sehr gute Zeit hatte.

Von Huaraz aus habe ich zwei Wanderungen gemacht. Zuerst den Santa Cruz Trekk, der nur 5 Tage dauert und nur ueber einen Pass von 4700 m fuehrt. Diese Wanderung habe ich ohne  Esel und Guide gemacht, da man sich kaum verlaufen konnte. Der Weg fuehrt an mehreren Lagunen und dem "schoensten Berg der Welt", dem Alpamayo vorbei und ist schon sehr schoen, auch wenn es mit 20 kg auf dem Ruecken manchmal nicht so einfach ist, die Natur zu geniessen.
Daher und weil sie 12 Tage lang war, habe ich die naechste Wanderung mit einem Koch und Eseln gemacht, die meinen Rucksack und das Essen getragen haben. Und wenn der Santa Cruz Trekk schon schoen ist, dann war diese Wanderung unbeschreiblich. Auch wenn man sich 12 Tage wenn ueberhaupt nur mit eiskaltem Wasser im Fluss waschen konnte, es Nachts fast immer einiges unter null Grad war und es fast jeden Tag ueber einen Pass zwischen 4600 und 5020 m ging, so hat sich jede Anstrengung und jedes frieren gelohnt, fuer die [EXT http://transglobal.de/TWG/index.php?album=Huayhuash] Aussichten [/EXT] die wir hatten.
Wir, dass waren zunaechst noch zwei Deutsche, zwei Suedafrikaner und ich, allerdings mussten die zwei Suedafrikaner die Tour schon am 3 Tag abbrechen, weil sie starken Durchfall bekommen hat.
Auf der Tour habe ich dann auch meinen Geburtstag "gefeiert". Die Anderen haben mir morgens ein Lied gesungen und ich hatte ein Geschenk meiner Mutter bei, und das wars auch schon, was den Tag von den anderen unterschieden hat. Zwei Tage spaeter waren wir aber in dem einzigen Dorf auf der Tour und ich habe eine Runde Bier geschmissen.
Nach meiner Tour hatte ich dann nach 12 Tagen einer der besten Duschen, die ich je hatte.
Leider gibt es keine Fotos der ganzen Tour, weil meine Kamera kaputt gegangen ist (ich habe sie in Lima fuer schlappe 65 Euro reparieren lassen).  

Eigentlich dachte ich, dass interessante an der Reise waere es, die Kultur und die Menschen Suedamerikas kennenzulernen. Noch interessanter und fuer einen selbst beeinflussender sind allerdings die anderen Turisten die man kennenlernt, denn mit den Einheimischen kommt man nicht so persoenlich in Kontakt, wie man es mit anderen Turisten kommt. Und man trifft gerade unter den Backpackern eine Menge sehr interessanter Menschen mit ausgefallenen Lebensentwuerfen, wie man sie im "normalen Leben" nicht trifft.
Leider muss ich sagen, dass die meisten anderen Nationen ein sehr viel entspannteres Verhaeltnis zur Arbeit haben. Alle Deutschen, die ich bisher getroffen habe reden gerne ueber ihre Arbeit und haben hoechstens mal drei Wochen Urlaub. Die langzeitreisenden kommen meist aus anderen Nationen, wie z. B. der Englaender, der Freitags seinen Job gekeundigt hat und Dienstags das Ticket fuer Suedamerika gebucht hat und nun ein Jahr hier bleibt.

Seis drum, am Sonntag bin ich von meiner Wanderung zurueckgekommen und am Montag habe ich Kathleen in Lima vom Flughafen abgeholt. Und was wir da so erlebt haben, schreibe ich mal spaeter.

Einiges haette ich gerne noch etwas ausfeuhrlicher geschrieben, aber dann waere das hier sehr lang geworden und ich habe ja noch einiges aufzuarbeiten. Schaut euch einfach die Fotos an, die sagen teilweise mehr, als ich schreiben kann...

Saludos,

                   Sebastian 

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