Von Kathleen bis Machu Picchu (Teil 2)
Nachdem wir uns von Arequipa losreissen konnten, sind wir nach Puno zum Titicacasee gefahren. Dort sind wir im Vergleich zu meinen sonstigen Hostels in einem fast noblen Hotel abgestiegen, weil wir durch einen Taxifahrer, warum auch immer, das Zimmer zum halben Preis bekommen haben. Das kam recht gelegen, da es am Titicacasee in 3800 m Hoehe Nachts recht schattig wird und es in den biligen Hotels noch kaelter wird als in den besseren. Heizung oder Thermopenfenster sind hier Fremdworte. In Puno wollten wir dann die grosse Party zum Nationalfeiertag feiern.

Aber irgendwie haben wir die Party verpasst. Am Abend vorher gab es auf dem Palza de armas ein Konzert, das aber nicht so der Hit war. Wir haben auf den naechsten Tag vertraut, dass dann die richtig grosse Party steigt, schliesslich war das ganze Land seit Wochen mit Fahnen und Schildern geschmueckt. Am naechsten Tag haben wir dann eine Bootstour auf dem See gemacht und wollten uns abends dann ins Getuemmel stuerzen, nur dass es leider kein getuemmel gab. Seis drum, wir haben auch so eine nette Bar gefunden um Pisco Sur zu trinken.

Auf dert Bootstour waren wir zuerst auf den "Floating Islands" Urus. Das sind schwimmende Inseln aus Pflanzen auf dem Titicacasee. Zwei von 40 Inseln kann man besichtigen, um zu sehen, wie die Urus noch heute leben. Koisch ist nur, dass man auf 38 Inseln Blechhaueser sieht und auf de3n zweien, die man besichtigen kann stehen noch Strohhuetten. Ist halt auch so ein Turistending, interessant war es trotzdem, mal eine schwimmende Insel zu sehen, auf der 5 Familien leben koennen (ca ein halbes Fussballfeld gross). Anschliessend sidn wir dann nach Taquile gefahren. Dort war es wirklich schoen, nur hatten wir, wie das bei so organisierten Turen ist, zu wenig Zeit. Wir haben aber das Mittagessen geknickt und konnten die Insel so etwas laenger geniessen. Sie hat etwas mediteranes mit dem blauen Wasser des Sees, Eukalyptusbaeumen und einem Geruch, der mich an meine Spanienurlaube erinnert hat. An dem (weit entferntem (der Titicacasee ist 13 mal so gross wie der Bodensee)) Ostufer des Sees sah man die Schneebedeckten sechtausender Boliviens. Sie auch die Fotos.

In Puno haben wir dann noch eine Tag laenger "abgehangen", um mit dem Zug nach Cusco fahren zu koennen. Der Zug nimmt zwar fast den gleichen Weg wie der Bus, aber da er langsamer ist, hat man mehr Zeit, sich die schoene Landschaft der Berge anzuschauen. Ausserdem fahre ich lieber Bahn als Bus.
Cusco ist vielleicht eine der schoensten Staedte Perus, aber auch die nervigste. Vorher hatte jede Stadt ihre eigenen Dinge, die nervten; entweder waren es die Schuhputzer, die Geldwechsler, die Restaurantanlawertypen, die Postkartenverkaeufer, die Bettler oder nur der Verkehr. In Cusco kam dann alles zusammen, so dass man keine zwei Minuten in Ruhe auf dem wirklich schoenen Plaza de Armas sitzen konnte. Viele Turis = viele Profiteure.
Dafuer konnten wir ein kleines Experiment machen. In einem Supermarkt haben wir deutsches Vollkornbrot gefunden. Wir, besonders ich haben uns totgefreut und es auf dem Plaza de Armas mit Kaese gegessen. Natuerlich kam ein kleiner Junge und wollte was von unserem Brot haben. Ich habe ihm also was abgebrochen, er hat es in den Mund gesteckt, aber ein paar Meter weiter wieder ausgespuckt. Den Rest wollte er seinen Freunden geben, die es aber auch nicht wollten.

Dann ging es endlich zum lange ersehnten MACHU PICCHU. Da alle nach Machu Picchu wollen, wird dort leider versucht, soviel Geld wie moeglich us den Turis zu quetschen. Da wir uns noch andere Ruinen anschauen wollten, haben wir nicht den Zug (es gibt keine Strasse nach Machu Puicchu) von Cusco sondern von Ollantaybambo genommen, was auf 2/3 des Weges Cusco-MaPi liegt. Bis Ollantaybambo haben wir 1 Euro bezahlt. Die 1 1/2 Stunden Zugfahrt nach MaPi haben dann 51 Dollar gekostet. Es gibt noch einen anderen Zug, der nur 2,5 Euro kostet, in den duerfen aber nur Peruaner, fuer Auslaender ist er verboten. Man stelle sich das mal in Deutschland vor :-)
Machu Picchu selbst war dann schon beeindruckend, aber leider wurde es mir vorher etwas kaputtgequatscht. Fuer die meisten, die ich vorher getroffen habe, war MaPi das Highlight. Also bin ich mit grossen Erwartungen dort hingekommen, die dann auch erfuellt wurden; besser ist es aber wenn man irgendwo hinkommt und diesen "bohhhhhhr"-Effekt hat, weil die Erwartungen uebertroffen werden, wie ich es z.B. bei der Maya-Hauptstadt Tikal in Guatemala hatte, die ich fast noch besser fand als MaPi.
Wir waren schon vor Sonnenaufgang in MaPi (10 Minuten Busfahrt fuer 6 Dollar), so dass wir es noch halbwegs leer hatten. So ab 12 war es dann echt voll, aber da es auch sehr gross ist, verlaueft es sich etwas. Wir sind dann noch auf den Berg "geklettert", den man auf dem typischen MaPi Fotos (s. o.) sieht. Der Weg war schon ziehmlich steil und schwierig, so dass der TUEV ihn wohl sofort gesperrt hatte (wie wohl die meisten Ruinen hier). Dafuer hatte man von oben eine fantastische Sicht auch auf MaPi. Siehe Fotos.
In Peru hat glaube ich jeder ein Foto von MaPi zu Hause.

Anschliessend haben wir dann noch ein paar Ausfluege von Cusco aus gemacht. Am Monatg letzter Woche hat Kathleen mich dann leider wieder verlassen und ich war erstmal wieder alleine im grossen Suedamerika, was erstmal schon komisch war.
Aber zum Glueck war ich nicht lange alleine. Was ich die letzte Woche so getrieben habe, erzaehle ich dann spaeter mal. Zur Zeit bin ich in La Paz und begeistert.

Saludos,

                     Sebastian 

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