Angeschissen
Seit Freitag bin ich nun in Patagonien. Genauer gesagt in Puerto Madryn. Auf der 18-Stunden-Fahrt von BsAs sind wir fast die ganze Zeit nur durch flache Steppe gefahren, links und rechts Zaeune der Estancias und ab und zu gab es mal ein paar Kuehe und Schafe.
Puerto Madryn selbst ist nicht so der Hit, aber man kann von dort gute Touren machen. Dafuer haben wir uns zu viert ein Auto gemietet, weil das deutlich billiger ist als die organisierten Touren. Wir waren drei Deutsche und eine leider etwas nervige franzoesin. Das Fahren auf den Strassen hier ist etwas anstrengend, weil sie teilweise ungeteert sind was das fahren nicht einfacher macht und es gibt kaum Kurven, weil es nichts zum ausweichen gibt, keine Baeume, Haeuser oder Berge, es ist einfach nur flach; und wenn man 50 km geradeaus faehrt, ist das dermassen langweilig, dass man echt aufpassen muss, damit man nicht einpennt.
Am Samstag sind wir dann zu einer Pinguinkollonie gefahren. Das war echt cool, es gab dort 500 000 Pinguine, die man zwar nicht alle sieht, weil es ein riesiges Gebiet ist und sie gerade in Erdhoelen liegen und ihre Eier ausbrueten. Aber man konnte direkt zwischen den Pinguinen durchlaufen, einen habe ich sogar "gestreichelt", aber nur ganz kurz, weil ich nicht wusste, ob er das so super findet und dieser riesige Schnabel floesst einem schon etwas Respekt ein.
Wir waren recht spaet dort, so dass die ganzen Tourbusse schon wieder weg waren, und wir fast alleine waren mit den Pinguinen; sie haben sich nicht sonderlich an uns gestoerrt, sondern sind mit ihrem merkwuedigen Gang einfach an uns vorbei gelaufen.
Der Geraeuschpegel ist schon recht hoch dort, weil die Pinguine ganz merkwuerdige Laute von sich geben, die ich bald mal unter meinen "Hoerberichten" veroeffentlichen werde. Das war schon toll, die Pinguine so aus der Naehe und besonders in ihrer natuerlichen Umgebung zu sehen.
Einer haette mir fast noch auf den Schuh geschissen: er kam aus seinem Bau raus, lief auf mich zu und in einem Meter Entfernung hat er mir den Ruecken zugedreht. Ich dachte, was hat er jetzt vor, als er sich ploetzlich vorbeugte und ein gruener Strahl aus seinem Hintern geschossen kam.
Leider funktionierte meine Kamera an dem Tag nicht, so dass ich kaum Fotos habe.
Am Sonntag sind wir dann auf die Peninsula Valdez gefahren. Dort haben wir eine Bootstour gemacht und die Wale, die vor der Insel schwimmen, beobachtet. Es war gerade Paarungszeit und wir haben ein Paerchen beim Sex zugeschaut, der sich ueber mehrer Tage hinzieht. Danach haben wir noch eine Mutter mit ihrem Jungen gesehen. Es ist schon beeindruckend, wie gross diese Tiere sind. Sie sind um unser Boot geschwommen und drunter her getaucht. Die ganze Groesse konnte man sehen, als sie aus dem Wasser gesprungen sind.
Danach sind wir dann noch zu einem anderen Strand gefahren und haben Seeelephanten und Seeloewen gesehen und auch hier war gerade Paarungszeit, so dass wir schonwieder beim Sex zugeschaut haben. Besonders die Seeelephanten sind schon riesige Fleischkloepse, aber es gibt nicht soviel Aktion, weil sie nur faul am Strand rumliegen.
Am Montag sind wir dann von Puerto Madryn weitergefahren, zum Ende der Welt in Ushuaia auf Feuerland. Eigentlich wollten wir dort nach schlappen 30 Stunden ankommen, aber wir mussten einmal umsteigen und dort haben wir keine Karten mehr fuer den Anschlussbus bekommen. Da das hier ein wenig reizvolles kleines Kaff ist, haben wir uns nun Entschlossen, nach Ushuaia zu fliegen, da es auch nicht viel teurer ist. Allerdings muessen wir hier gerade 10 Stunden auf den Flug warten.
Wir das sind Philip aus Deutschland, mit dem ich seit BsAs zusammen reise und der lustigerweise auch WiIng ist und noch eine Amerikanerin, die wir hier getroffen haben. Mal schauen, wie wir die restlichen Stunden noch totschlagen. Und dann bin ich sehr gespannt, wie es so am Ende der Welt ist.

Saludos,

Sebastian
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